Pfarrei Filzen Hamm St.Maria und St.Lucia

    Von der Mutterkirche zu Hamm wissen wir zwar kein Dokument aus dem MA beizubringen, wohl aber von den beiden Tochterkirchen zu Könen und zu Filzen. In Filzen, Filzina genannt besaß die Abtei St. Martin zu Trier 1168 ein Erbe. Auch in dem zu Anfang des 13. Jh. angelegten Güterverzeichnisse von St. Maximin kommt ein Weingut dieser Abtei in Vilzine vor. –Der Filialort war an Seelenzahl immer weit bedeutender als der Pfarrort u. hat heute 200 Bewohner, während dieser nur 82 zählt.(1887). Das ist auch der Grund weshalb noch jetzt die nachteilige Einrichtung besteht, dass nur in der Filiale sich ein Schulhaus befindet und deswegen die Kinder nebst dem Lehrer und Küster an Wochentagen nicht leicht die Schulmesse besuchen können. Nach dem Bischöfl. Protokoll von 1739 wohnte der Lehrer sogar abwechselnd 2 Jahre in Hamm oder Filzen, und 2 Jahre in Könen, ein Schulhaus war aber in keinem dieser Orte.
    Die Kapelle zu Filzen, dem hl. Nikolaus geweiht, befand sich längst in sehr üblem baulichen Zustand und musste 1852 geschlossen werden, worauf sie neu gebaut wurde.
    Hamm und Filzen gehörten zu Trier, Amte Saarburg und zur Pflege von Irsch. Grund- und Mittelgerichtsherren waren das Domkapitel und die Abtei St. Maximin. Ersteres besaß auch die Hammer Fähre über die Saar und bezog den Zehnten, der Domdechant hatte die Pfarrei zu vergeben. Ein Weistum aus Filzen liegt aus dem Jahre 1492 vor. Das Domkapitel gab 1739 von seinem Einkommen an den Pastor 1/3 des Zehnten nebst 7 Malter Korn, und das Pfarrwittum bestand in 3 Morgen Weinberg. Über die Kirche zu Hamm gibt uns das bischöfl. Protokoll von 1569 nur den Aufschluss das sie U. L. Frauen geweiht sei und von dem Domdechanten vergeben werde. Das von 1584 enthält die Klage, dass die Kirche sehr baufällig sei, und die Domherren und der Pfarrer ihrer Schuldigkeit nicht nachkämen. Das von 1659 besagt, dieselbe sei in gutem baulichem Stande und habe einen silbernen Kelch, entbehre aber noch der Sakristei. Der Visitator vom Jahre 1739 konstatiert, dieselbe sie so eng, dass der Chor kaum 5 Personen nebst dem Priester und das Schiff nicht dem dritten Teil der Pfarrkinder – und es waren nur 200 Kommunikanten – zu schaffen vermöge. Wenige Jahre darauf, nach einer Steininschrift 1745, wird denn auch eine neue Pfarrkirche unter Beibehaltung des alten Turms gebaut und Mariae Heimsuchung als Titularfest erwählt, während die frühere Kirche der heiligen Luzia geweiht war. Der gegenwärtige Pfarrer hat dieselbe 1881 vollkommen restauriert und ausgeschmückt, auch mit einem Mannhause versehen. Die Mittel dazu bot ihm eine Wohltäterin aus Kanzem. Auch über das schlechte Pfarrhaus war schon Ende des 17. Jh. Klage geführt worden. Die Gemeinde führte auf Dekret des Visitators im Jahre 1720 einen Neubau aus, der sich noch heute als ziemlich gut bewährt.

    Von nicht geringem Einfluss auf das religiöse leben in der Gemeinde mag die Einführung der Bruderschaft vom H. Herzen Jesu gewesen sein. Wir finden dieselbe 1739. vielleicht lässt sich daraus schließen, dass die Jesuiten schon damals ihre Tätigkeit auf die Umgebung von Trier ausgedehnt haben. Sicher ist, dass durch dieselben von 1754 -72 ein ständiger Katechet nach Hamm abgeordnet worden ist. Die Kirchenfabrik besitzt nur c. 1 Morgen Feld; das Wittum besteht in 4 Morgen Weinberg, ein Morgen Land und 1 1/3 Morgen Wiesen. Die Gemeinde leistet einen Zusatz von 150 Talern zur Verbesserung des Pfarreinkommens. Das Inventar der Kirchengeräte weist unter 3 Kelchen, einen von höherem Alter und eine mit Figuren gestickte Chorkappe auf.



    Pfarrer in Hamm

    1569 war die Stelle vakant; 1576 – 1613 Nikolaus Lang; 1613-1631 Peter Werner Reck; 1631-1633 Arnold Friderici; 1633-34 Johann Friedrich Betzdorf; 1646 Gerhard Klaud; 1656-69 Franz Faber; 1669-76 Georg Türk; 1676-79 Johann Westhofen; 1680-81 Johann Löster; 1681-1708 Johann Ab. Wagener; 1708-54 Paul Schreyer; 1754-87 Anton Bodson (Stifter von 6 Sing-Anniversalien); 1787-98 Matthias Garove; 1803-10 Johann Görtz; 1810-14 Johann Heinrich Arweiler; 1814-27 Nikolaus Besselich; 1827-34 Matthias Fischer; 1835-43 Peter Alff; 1843-54 Jakob Fallis; 1855-60 Thomas Herriges; 1861-17 Jos. Klein; 1870- Adolph Kirvel

    aus Beiträge zur Geschichte sämtlicher Pfarreien der Diöcese Trier Regierungsbezirk Trier
    Philipp de Lorenzi
    Verlag der Akademischen Buchhandlung Interbook Trier
    Unveränderter Nachdruck der Ausgabe Trier 1887

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