Hammer Fähre

    Die Hammer Fähre besteht aus Wohn- und altem Fährhaus, ummauertem Hausgarten und abschirmendem Baumbestand. Zugehörig ist auch der als Bootshafen genutzte Altarm der Saar, der nach dem Bau des Saarkanals den historischen Zusammenhang veranschaulicht. Das von einer Ufermauer an der saarseitigen Giebelmauer gesockelte Wohngebäude wurde 1802 errichtet. Den verputzten zweigeschossigen Krüppelwalmdachbau gliedern regelmäßig gereihte, rechteckige Fenstereinfassungen aus rotem Sandstein. Das Gebäude und die innere Erschließung entlang eines längsgerichteten Mittelflurs folgt älterer Tradition, wobei das Pfarrhaus in Hamm als direkt einwirkendes Vorbild anzusehen ist. Das Gebäude weist eine stilistisch einheitliche, sorgfältig ausgeführte klassizistische Bauzier auf. Original erhalten sind im Innern die Füllungstüren, die Holztreppe mit hübschem Geländer, ein geschnitzter Wand- und ein Takenschrank samt 1736 datierter Takenplatte. Die saarseitige Türeinfassung ist aufwendig profiliert und umschließt ein Türblatt von um 1900. Das bis auf Details (Klappläden, erneuerte Dacheindeckung) herausragend gut erhaltene Gebäude stellt ein Zeugnis für die Baukultur in der bauschwachen Zeit um 1800 dar, die von den politischen und sozialen Umwälzungen der französischen Besatzungszeit gekennzeichnet ist. Dem Wohnhaus südlich vorgelagert der parallel gestellte, breitgiebelige ältere Bau des ehemaigen Fährhauses, das mehrfach erneuert und traufseitig erweitert wurde. Altbestand des verputzten Bruchsteinbaus ist ein tonnengewölbter Keller mit rundbogigem Zugang und fünfeckigem Scheitelstein sowie ein 1788 (?) datierter Türrahmen. Im Kern ist das Gebäude jedoch älter. Signifikant die durch einseitige Abschleppung des Giebels auf eingeschossige Höhe erreichte Giebelkontur. Die Hammerfähre geht auf ein bereits im 13. Jahrhundert genanntes Burghaus zurück, das strategische Bedeutung als Saarübergang hatte und in dem auch Verwaltungsfunktionen des Grundherrn, dem Domkapitel, wahrgenommen wurden. Die malerisch gelegene Bauanlage ist auch Dokument einer Fährstation an der Saar, die zugleich Zwischenstation für den von Pferden entlang der Uferwege (Leinpfade) betriebenen Schiffsverkehr war.

    (Quelle: http://www.roscheiderhof.de), Fotos: Peter Schlicker (C)VGV Konz)


    In diesem Internet-Angebot der Verbandsgemeindeverwaltung Konz werden Cookies verwendet. Auf diese Weise können wir Ihre Interneterfahrung verbessern. Da wir Ihre Privatsphäre schützen wollen, bitten wir Sie hiermit um Erlaubnis, die Technologien zu nutzen. Sie können Ihre Einwilligung später jederzeit ändern / widerrufen. Weitere Informationen hierzu finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.