Steine am Fluss


von Dr. Bärbel Schulte

Der Mensch will Zeichen setzen, sich in seinem Umfeld definieren. Große Steine als Grenzsteine aufzurichten, war bereits im Altertum an Euphrat und Tigris üblich. Schon in frührömischer Zeit gab es den Jupiter-Terminus-Kult, bei dem der Grenzgott Terminus mit Grenzsteinen verehrt wurde. Zu diesem Grenzkult gehörten vor allem auch die "Terminalien", die jährlich am 23. Februar stattfanden. Anlässlich dieses Festes der Grenzgötter huldigte man den Grenzsteinen, indem sie gesalbt und mit Kränzen geschmückt wurden. Auch das Darbringen von Tier- oder Fruchtopfern bei der Aufstellung von Grenzsteinen ist überliefert. Um die Verbindung zwischen Jupiter und Terminus ranken sich verschiedene Sagen, unter anderem basiert der Zusammenhang darauf, dass Jupiter als der Begründer der Landvermessung und Grenzfestsetzung gilt. In spätrömischer Zeit wurde die Verehrung des Jupiter-Terminus übrigens auch auf das "göttliche" römische Kaiserhaus übertragen, was durch Inschriften auf Grenzsteinen belegt ist. Noch im Mittelalter haben christliche Bauern große Grenzsteine zerschlagen, weil in ihnen heidnische Götter wohnen sollten. Die hochaufragenden Menhire waren nach römischer, vor allem auch nach keltischer Auffassung "Himmelssäulen", Sitz der höchsten Gottheit des Himmels. Gott und Stein bilden im Kult eine Einheit und somit bis ins späte Mittelalter eine "Personifikation" der himmlischen Allmacht.

Daneben wurden Steine bis ins späte Mittelalter auch für den Totenkult und als Gerichtssteine und bis heute als Grabsteine aufgerichtet. Sie markierten prägnante Orte und Kultstätten, die im Zusammenleben der Menschen eine besondere Rolle spielten.                                     mehr...

Die Künstler und ihre Werke


"Archaische Spuren" von Isabelle Federkeil

I"Archaische Spuren"sabelle Federkeil beispielsweise thematisiert in ihren Arbeiten immer wieder die Eingriffe des Menschen in die Natur. Die Fragestellung, inwieweit sich Kultur und Natur miteinander verbinden, miteinander konkurrieren oder gar destruktiv aufeinander wirken, hat sie auch bei dem Stein mit dem Titel "Archaische Spuren" beschäftigt.

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"Stein an der Mündung der Saar in die Mosel" von Christoph Mancke

Stein an der Mündung der Saar in die Mosel

Ein Stück weiter, am Zusammenfluss von Mosel und Saar, hat Christoph Mancke einen Ort der Ruhe und der Meditation geschaffen. Das Motiv der Mündung ist hier in der Form des Steins aufgegriffen, zugleich ist die geometrische Grundform des Dreiecks eines der ältesten Symbole der Menschheit.

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"Kopf-Fragment" von Karl-Heinz Deutsch

Kopf-FragmentUnterhalb von Wasserliesch finden wir das "Kopf-Fragment". Karl-Heinz Deutsch stellt den Menschen, genauer gesagt, den menschlichen Schädel ins Zentrum seiner bildhauerischen Arbeit. Sein Visierkopf besteht aus Sandstein, doch die glatt bearbeitete Oberfläche lässt keinerlei Zugeständnisse an die natürliche Form des Steins mehr zu.

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"Zusammengefügter Sandstein mit Hohlform" von Albert Hettinger

Zusammengefügter Sandstein mit HohlformAlbert Hettinger hat einen großen Sandsteinblock gespalten und symmetrisch in beide Hälften eine geometrische Form ausgehöhlt.

Der Stein wurde anschließend wieder zusammengeschoben und birgt nun – von außen unsichtbar – ein Geheimnis.Der künstlerische Eingriff war während des Symposions 1999 nur kurze Zeit erlebbar und ist nun für immer unter der schützenden Hülle des Steins eingeschlossen.

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"Engel" von Georg Ahrens

"Engel" von Georg AhrensGeorg Ahrens Stein "Engel" erinnert sehr stark an die Vergangenheit dieser Region, in der schon in keltischer Zeit Kultsteine aufgestellt wurden, Menhire oder Dolmen, die als "Himmelssäulen", die Verbindungslinien zwischen Erde und Himmel markierten und die von den Menschen als Sitz der Götter verehrt wurden.

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"Au bord de l'eau" von Bertrand Ney

"Au bord de l'eau" von Bertrand NeyDer luxemburgische Bildhauer Bertrand Ney nimmt in seiner Arbeit "Au bord de l´eau" Bezug auf den Fluss, der Luxemburg und Deutschland voneinander trennt oder miteinander verbindet, je nach Standpunkt des Betrachters. Unmittelbar neben der Anlegestelle der Fähre, die täglich die Menschen hinüber und herüber führt, hat die zweiteilige Arbeit ihren Platz gefunden.

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"Großer Zeiger" von Jürgen Waxweiler

"Großer Zeiger" von Jürgen WaxweilerJürgen Waxweiler beschäftigt sich in seinen Arbeiten mit dem Menschen, den er in seinen Skulpturen und Plastiken durch den Kopf oder - wie in diesem Fall - die Hand als pars pro toto symbolisiert. Es ist die Auseinandersetzung mit dem Ich, mit dem eigenen Menschsein, ein Thema, das die Künstler gewissermaßen seit der Höhlenmalerei bewegt. Die natürliche formale und farbliche Beschaffenheit des Werkstücks fließt dabei in die gestalterische Konzeption mit ein, so dass er beispielsweise im Falle des "Großen Zeigers".

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"Knie mit Gelenk" von Hartwig Mülleitner

"Knie mit Gelenk" von Hartwig MülleitnerDer österreichische Bildhauer Hartwig Mülleitner entzieht sich der eindeutigen Klassifizierung in Plastik oder Skulptur, denn er fügt seine Arbeit aus mehreren Elementen zusammen, so dass man auch von einem aufgebauten Werk, also von einer Plastik sprechen kann.

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"Zeichen" von Willi Bauer

"Zeichen" von Willi BauerTektonisch streng aufgebaut und auf wesentliche Grundformen reduziert behauptet sich das "Zeichen" von Willi Bauer am Moselufer in Nittel. Dieses Kunstwerk, das zunächst fast wie ein funktionalistisches Konstrukt wirkt, vermag sich dennoch mit einer eigenen Aura zu umgeben, einer Aura, die Walter Benjamin "im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit" für das Kunstwerk verloren schien. Diese "Aura" ist eine der Sensibilität, die des Gefühlten - und nicht die des Errechneten.

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"Wegmarke" von Martine Andernach

"Wegmarke" von Martine AndernachDie strenge Skulptur "Wegmarke" von Martine Andernach besteht aus dem gleichen Material wie Willi Bauers "Zeichen", einem hellen Granit aus Sardinien. Hoch aufragend und die Vertikale betonend kontrastiert sie mit dem breit gelagerten Fluss, bildet dazu den Gegenpol. Ähnlich, wie man manchmal die Augen bis auf einen Schlitz zusammenkneift oder die Hand wie ein Fernrohr benutzt, um wesentliche Dinge schärfer sehen zu können, ermöglicht ein schmaler Schlitz zwischen den beiden zusammengeschobenen Elementen einen neuen Blick auf den Fluss und die Landschaft dahinter.

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"Kulturstruktur" von Thomas Föhr

"Kulturstruktur" von Thomas Föhr Thomas Föhrs Stein "Kulturstruktur" am Moselweg zwischen Wincheringen und Wehr erinnert in seiner Form und seiner zurückgenommenen, nur oberflächlich reliefierten Gestaltung sehr stark an die Landmarken oder Hoheitszeichen des Mittelalters, mit denen ein bestimmter Punkt oder ein Revier gekennzeichnet wurde. Er benutzt die archaische Formensprache antiker Steinmetze, wie wir sie in ähnlicher Ausprägung an römischen Sarkophagen finden und schafft mit diesen geometrischen Mustern eine fast abstrakte Darstellung der den Stein umgebenden Mosellandschaft.

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"Impressioni distratte" von Claudia Farina

"Impressioni distratte" von Claudia FarinaEinige hundert Meter weiter stoßen wir auf die Skulpturen der italienischen Künstlerin Claudia Farina. "Impressioni distratte", was man am ehesten mit "Zertreute Eindrücke" oder "Flüchtige Impressionen" übersetzen kann, ist der Titel der zweiteiligen Arbeit, Hommage an die Fischerboote, die die Künstlerin aus ihrem Zimmerfenster am Strand sieht.

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"Himmel Leiter" von Hubert Maier

"Himmel Leiter" von Hubert MaierUnterhalb des Ortes Wehr ragt die "Himmel Leiter" Hubert Maiers auf und markiert - eindeutiger und fordernder noch als die Engelsskulptur von Georg Ahrens oder der "Große Zeiger" von Jürgen Waxweiler - eine mögliche Verbindungslinie zwischen Himmel und Erde. Ein uraltes Motiv, das wir mit der Jakobsleiter bereits aus dem Alten Testament kennen. Jakob sah diese Leiter im Traum und wie in einem Traum steht sie, ihrer eigentlichen Funktion entzogen, dem Betrachter gegenüber. Die Besteigung des Himmels ist nur im Traum möglich. Die realen Stufen des monumentalen Kunstwerkes sind ebenso nicht zu begehen.

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"Prière de toucher" von François Weil

"Prière de toucher"   von François Weil In Sichtweite zur "Himmel Leiter" steht François Weils kinetische Arbeit "Prière de toucher". Durch Berührung versetzt man sie in Bewegung, als sei das natürliche Gewicht gar nicht vorhanden. Dieses Werk entzieht sich wie das "Knie mit Gelenk" von Hartwig Mülleitner einer eindeutigen Zuordnung zu "Skulptur" oder "Plastik". Es bewegt sich auf der Grenze dazwischen, denn im Grunde verbindet es beides miteinander. Den Stein als natürlich gewachsenes Material respektiert der Künstler als etwas in sich schon so Vollkommenes, dass er ihn weitgehend in seiner Natürlichkeit belässt, ihn nur mit minimalen Eingriffen verändert. Das ist der skulpturale Anteil.

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"Zwei Wellen" von Susanne Specht

"Zwei Wellen" von Susanne SpechtSusanne Spechts Arbeit in den Moselauen bei Wehr trägt den Titel "Zwei Wellen". Breit gelagert ruhen die beiden Steine nebeneinander und laden den Besucher zum Sitzen und Ausruhen ein. Die Bank oder der einzelne Sitz sind nicht bloße Form, sondern auch durchdachte Funktion.

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Eine Übersichtskarte der Standorte finden Sie hier

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