Bericht vom Ratschlag der FlüchtlingsbegleiterInnen

„Ich kenne keine anspruchsvollere Aufgabe“Bericht vom Ratschlag der Flüchtlingsbegleiter:innen der Caritas am 28.08.2020

Neun Flüchtlingsbegleiter:innen waren gekommen.  Sieben weitere Interessent:innen hatten sich für den Abend entschuldigen müssen. Anwesend waren ehrenamtliche Flüchtlingsbegleiter:innen, die in der 1:1-Begleitung, in der Nachhilfe sowie als Betreuer und Trainer des FC Caritas International aktiv sind. Das Setting war Corona-bedingt speziell: Im weiten Rund des Pfarrsaals standen mit gebührendem Abstand neun Stühle, auf die die maskierten Teilnehmer:innen Platz nahmen. Hauptthema war, wie es den Einzelnen in ihrem Engagement während der Corona-Pandemie ergeht. Für die Meisten hat die Pandemie die Begleitung von Geflüchteten sehr erschwert. Dias wöchentliche Training der Fußballgruppe wurde Corona-bedingt im März ausgesetzt und nach behördlicher Genehmigung erst Ende Juni wieder aufgenommen. Nach wie vor bestünde seitens der Flüchtlinge ein großes Interesse, in der Regel seien beim wöchentlichen Training, das jetzt am Sonntagmorgen zwischen 10 und 12 Uhr stattfinde, etwa 15 bis 20 Teilnehmer mit Eifer dabei. Auch eine Teilnahme an genehmigten Fußball-Turnieren in den nächsten Wochen und Monaten ist wieder vorgesehen.

In der 1:1 Begleitung mussten die Beratungen mit dem Sozialamt der VG draußen vor einem Fenster stattfinden, das Jobcenter hat die Besuchszeiten ganz eingestellt. Telefonisch ist meist nur ein Anrufbeantworter zu erreichen, der die Anrufer:innen nach einer Serie mehr oder weniger nützlicher Hinweise „ewig“ in der Warteschleife hält – ohne dass es zu einem Kontakt kommt. Hier war der Ärger der Integrationshelfer:innen groß. Viele berichteten, dass sie den Kontakt auch deshalb recht eng weitergeführt haben, weil die Geflüchteten über sonst keine Kontakte in die Gesellschaft verfügten. Zwei Lotsen berichteten von massiven Problemen bei „ihren“ Geflüchteten in Bezug auf ihren Umgang mit Geld, mangelnde Verlässlichkeit und das Abrutschen in dubiose „Freundschaften“. Integrationslotse sein, heißt, oft mit allen denkbaren Problemen der Familie oder des Begleiteten zu tun zu haben – „ich kenne keine anspruchsvollere Aufgabe“, sagte einer der Aktiven. Als Ehrenamtsbegleiter wiesen Thomas Zuche und Horst Steffen auf die professionellen Unterstützungsstrukturen bei der Caritas hin. Zuche erinnerte daran, dass die eingegangene 1:1-Begleitungen nach der vereinbarten „Laufzeit“ von einem Jahr vereinbarungsgemäß beendet werden können. Anregungen aus dem Kreis, z.B. ein Treffen mit Vertreterinnen des Jobcenters und des Sozialamtes der Verbandsgemeinde, werden  in den nächsten Monaten stattfinden.

Ehrenamtliche und hauptamtliche Integrationshelfer*innen vor dem Pfarrheim St. Nikolaus

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