Frauen, die Geschichte schrieben

Frauen, die Geschichte geschrieben haben

„Frauen wählt, jede Stimme zählt!“ – unter diesem Slogan war die erste Frauenbewegung vor 100 Jahren, denn der 19. Januar 1919 war nicht irgendein Wahltag. Es war der Tag an dem Frauen erstmals an Wahlen teilnehmen durften. Ein wirkliches revolutionäres und historisches Datum. Und die Frauen folgten dem Aufruf: Mehr als 80Prozent aller Wahl berechtigten Frauen gaben ihre Stimme ab. Die Gleichstellungsbeauftragten der Verbandsgemeinden und des Landkreises Trier-Saarburg haben zu dieser spannenden Geschichte nicht nur eine Wanderausstellung, sondern auch eine Lebendige Ausstellung konzipiert. In Kooperation mit der Koordinierungs- und Fachstelle der Partnerschaft für Demokratie unter Trägerschaft des Jugendnetzwerks Konz  hatten sie zu einer Reise in die Vergangenheit in den Festsaal des Klosters Karthaus am vergangenen Samstag eingeladen. Bis auf den letzten Platz waren die Stühle im Festsaal besetzt als die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Trier-Saarburg, Anne Hennen und die Gleichstellungsbeauftragte der Verbandsgemeinde Konz, Iris Molter-Abel begrüßten die Gäste und Besucher, darunter MdB Andreas Steier, MdL Bernhard Henter, MdL Lothar Rommelfanger, Landrat Günther Schartz und Bürgermeister Joachim Weber. Auf den Tag genau vor 100 Jahren konnten die Frauen erstmals in Deutschland zur Wahl gehen, ein historisches Datum und die Frauen folgten dem Aufruf: 80 Prozent aller wahlberechtigten Bürgerinnen gaben ihre Stimme ab. In den letzten 100 Jahren verbuchten die Frauen weitere erfolgreiche Schritte, wie unter anderem die Gleichberechtigung (siehe weiter im Innenteil unter „Verbandsgemeinde“).

100 Jahre Frauenwahlrecht

Der 19. Januar 1919 war für Frauen ein historisches Datum. Am vergangenen Samstag wurden die Meilensteine der Geschichte nochmal lebendig. Laiendarstellerinnen aus dem Kreis der Organisatorinnen präsentierten bedeutende Frauen aus der damaligen wie auch aus der heutigen Zeit. Sie erzählten von den Sternstunden der Frauen, wie beispielsweise von Maria Juchacz, Elisabeth Selbert, Rita Süssmuth und Angela Merkel – Politikerinnen, die für die Durchsetzung der Gleichberechtigung und die Politische Beteiligung von Frauen stehen.

Claudia Seeling, Gleichstellungsbeauftragte der VG Ruwer gab mit einem lebendigen Impulsvortrag einen Einblick in die Geschichte der ersten Frauenbewegung.

Die Akteure appellierten mit der Veranstaltung an alle Frauen, selbstbewusst von den politischen Gestaltungsmöglichkeiten Gebrauch zu machen und eigenständig für ihre Interessen einzustehen. Vor 100 Jahren waren Frauen praktische rechtlos, in dieser Zeit hatte der Ehemann in allen relevanten Fragen das Recht endgültig zu entscheiden.

Und nur weil sich die Mütter, Großmütter und Urgroßmütter vehement und nachhaltig für die Frauenrechte einsetzten, wurden die Gesetze nach und nach geändert. Erst seit 1977 dürfen Ehefrauen auch ohne das Einverständnis ihres Ehegatten berufstätig sein!

Schaut man sich die Zahlen der politischen Räte an, so ist man noch weit von einer Parität entfernt. Im Kreistag Trier-Saarburg befinden sich unter den 46 Mitgliedern zehn Frauen (21,7 Prozent). Ganz ähnlich ist der Anteil im Verbandsgemeinderat Konz. Von den 40 Mitgliedern sind neun Frauen, was einen Anteil von 22,5 Prozent bedeutet. Die Gleichstellungsbeauftragten machten deutlich, dass  auch künftig Mitstreiterinnen und Mitstreiter, vor allem aus der jüngeren Generation notwendig sind, die sich für die Frauenrechte und die Demokratie stark machen. Das Zitat von Louise Otto-Peters (1819-1895) „Die Teilnahme der Frauen an den Interessen des Staates ist nicht ein Recht, sondern eine Pflicht“ hab e nicht an Aktualität verloren, betonten sie. Gerade das aktuelle Zeitgeschehen zeige, dass Gleichberechtigung weder eine Selbstverständlichkeit noch ein Besitzstand sei. Sie müsse genau wie die Demokratie immer wieder verteidigt werden, geschätzt und vor allem gelebt werden.

Auch Landrat Günther Schartz und der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Konz, Joachim Weber, bekräftigten dies. Sie appellierten außerdem an die Frauen, sich selbstbewusst einzubringen. Dafür würde sich zum Beispiel auch die Kommunalwahl im Mai dieses Jahres anbieten. Sie gebe die Möglichkeit einer Beteiligung direkt vor Ort.

Begeistern konnte auch der weitere Höhepunkt des Abends – die musikalische Reise in die 70er und 80er Jahre. Sonja Pesie & Partner interpretierten gekonnt bekannte Sängerinnen wie Aretha Franklin und Helen Redy – Frauen aus der Rockmusik, die exemplarisch für diese Zeitepoche stehen. Ein Vortrag von Thomas Molter schilderte anschaulich das bewegte Leben der Sängerinnen.

Die Wanderausstellung ist noch bis zum 25. Januar im Kloster Karthaus zu sehen, dann geht sie auf große Wanderschaft, zunächst nach Mainz, dann nach Berlin und weitere Bundesländer bis sie wieder in den Landkreis zurück kommt. 

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