Lucky Punch - Klangkunst an der Obermosel

Lucky Punch - eine Veranstaltung der Gesellschaft für Aktuell Klangkunst Trier e.V. im Rahmen des Kultursommers Rheinland-Pfalz

Ein luftiges Festival mit zeitgenössischer Musik, Performance und Tanz der Gesellschaft für Aktuelle Klangkunst Trier im Rahmen des Kultursommers Rheinland-Pfalz 

Beginn des Wandelkonzerts ist am 2. September um 20.00 Uhr im Musikpavillon in den Moselauen von Oberbillig, Ende kurz nach 22.30 Uhr im Ausstellungspavillon der Galerie Contemporanea oberhalb von Oberbillig. 

Nach dem Konzert gibt es für die Luxemburger Besucher noch eine späte Fährverbindung von Oberbillig nach Wasserbillig.

Eintritt 10 €, 7 € ermäßigt. Das Konzert findet auch bei schlechtem Wetter statt. denn die meisten Spielorte sind recht geschützt, bzw. überdacht oder sogar in Gebäuden. Zudem liegen für den Notfall an der Kasse Regenponchos bereit.

LUCKY PUNCH ist der völlig unerwarteten Glückstreffer des scheinbar Unter­liegenden, mit dem er plötzlich und definitiv das Blatt wendet. Wo liegt die Ursache dieser verblüf­fenden Wende? Woher kommt die Energie? Um Glück, Verblüffung und Energie geht es auch bei dieser sommerlichen Reise!



I.    Pavillon in den Moselauen Oberbilligs
„Thunder“ von Péter Eötvös für Bass Pauke mit Rie Watanabe

II.   Fähre von Oberbillig nach Wasserbillig
Stimmimprovisa­tionen über dem Wasser mit der Irscher Liedertafel unter Gottfried Sembdner

III.  Mündung der Sauer in die Mosel
„Stromweite“ von Marc Boukouya mit einem Blechbläser-Ensemble unter 
seiner Leitung

IV.   Kirche St-Martin, Wasserbillig
„SIGLA“ von Aldo Clementi mit Gottfried Sembdner an der Orgel

V.    Fähre von Wasserbillig nach Oberbillig
Stimmimprovisa­tionen über dem Wasser mit der Irscher Liedertafel unter Gottfried Sembdner

VI.  Pavillon in den Moselauen Oberbilligs 
„SUNFISH“ von Matthias Kaul mit Truike van der Poel, Mezzosopran und Rie Watanabe, Schlagzeug

VI.   Contemporaneum, Ausstellungspavillon der Galerie Contemporanea
„Elektronik - Akkordeon – Performance“ mit Theo van der Poel und Knut Aufermann

VIII. Skulpturenpark der Galerie Contemporanea
"Hüllen", ein Tanzstück zwischen innerer und äußerer Verwandlung von und mit Annick Pütz

IX.   Contemporaneum, Ausstellungspavillon der Galerie Contemporanea
„Liebeslieder“ von Wolfgang Grandjean nach Gedichten von Ulla Hahn mit Susanne Ekberg, Sopran und Gottfried Sembdner, Klavier


  • THUNDER für Basspauke von Peter Eötvös

    Rie Watanabe - Pauke

    Manche Instrumente haben wenig Chance solistisch aufzutreten. Dazu gehört auch die Pauke. Wegen des magischen Klangs der Kesselresonanz war dieses Instrument immer ein Ausdruck für Betonung, Stabilität, Gefahr, aber auch für Raum und Entfernung. Aus mechanischen Gründen konnte man früher auf die Pauke nur eine Tonhöhe erzeugen, die Umstimmung war möglich, aber relativ aufwendig und zu langsam. Erst seit etwa 120 Jahren ist die Pedalpauke entwickelt worden, worauf die Tonhöhen im Oktavumfang stufenlos schnell veränderbar sind. Auf diese Eigenschaft der Pauke ist die Komposition „Thunder for one bass timpani“ geschrieben. Der Titel sagt alles. In Orchestern wird auf zwei bis zehn Pauken gespielt, deshalb liegt die Spezialität dieses Stückes eben darin, dass hier nur auf einer einzigen Pedalpauke gespielt wird. Thunder ist Isao Nakamura gewidmet. Peter Eötvös (1995)

    Rie Watanabe begann ihr Schlagzeugstudium 1999 an der National University of Fine Arts and Music in Tokyo und setzte es an der Hochschule für Musik in Karlsruhe fort. Seit 2003 ist sie Mitglied des Ensembles für Neue Musik “Ensemble Bois” in Tokio. Danach arbeitete sie mit der Musikfabrik Köln, dem Klangforum Wien u.a.. 2006 gründete sie mit Shingo Inao “Rhyngo”, ein Duo für Schlagzeug und elektronische Musik. Seit 2012 spielt sie mit Mirjam Schröder im Duo “MiRi” für Harfe und Schlagzeug und mit Ferdinand Martin und Shinichi Minami im Schlagzeug Trio “Trio Kai”. Rie Watanabe lebt und arbeitet in Köln und Karlsruhe.

  • STIMMIMPROVISATIONEN ÜBER DEM WASSER

    Irscher Liedertafel – Leitung Gottfried Sembdner

    Die Liedertafel Irsch kann neben ihrer regulären Beschäftigung als Mehrgenerationenchor auf einige Aufführungen improvisierter Musik zurückblicken. 2011 führte eine dieser Aktivitäten die Liedertafel in die Philharmonie Luxemburg. Der Titel "Auf dem Wasser zu singen" verweist auf ein Lied Franz Schuberts. Fragmente des Textes, den Leopold Graf zu Stollberg schrieb, werden improvisierend zitiert.

    Gottfried Sembdner studierte Kirchenmusik in Dresden. Ab 1982 lebte er in den Niederlanden, studierte dort Orgel und Dirigieren, dabei galt sein Interesse vor allem neuer Orgelmusik. Seit 1992 ist er als Musikpädagoge in Trier tätig. Seit 2007 ist er musikalischer Leiter der Liedertafel Irsch. 

  • STROMWEITE für Blechbläser-Ensemble von Marc Boukouya

    Marc Boukouya, Johannes Enders, Andrea Ott, Ralf Günther, Eric Hutt – Posaune, Herbert Schmitt - Tuba. 

    So wie der Fluss seinen Lauf nimmt, bahnen sich die Töne der Blechbläser einen Weg. Das Grundgerüst der Komposition „Stromweite“ besteht aus musikalischen Graphiken und graphischen Notationen. Im Lauf der Darstellung folgen Gruppen-Klänge, die Platz für Solo Improvisation bieten und musikalische Floskeln aus Romantik, Renaissance und anderen Epochen anklingen lassen.

    Marc Boukouya ging 1990 nach seinem Musikstudium (Klassische Posaune und Gesang) nach Großbritannien. Von 1991 bis 2001 lebte er in Berlin, wo er zu einer festen Größe der dortigen Improvisationsmusik und Freien Musikszene avancierte. Einen besonderen Schwerpunkt bildet seine Kompositionsarbeit, deren stilistischen Wurzeln sowohl im Jazz als auch in der Neuen Musik liegen. Die Weiterentwicklung der vielfältigen Möglichkeiten seines Instruments, der Posaune steht im Vordergrund seines künstlerischen Schaffens. Als Solist bewegt sich Boukouya in den Bereichen der Experimentellen Musik, des Jazz und der Klassischen Musik und arbeitet als Pädagoge und Dirigent.

  • SIGLA von Aldo Clementi

    Gottfried Sembdner – Orgel

    SIGLA von Aldo Clementi (1925 – 2011) besteht aus einer Melodie, die als Kanon im Spiegel der Melodie, als Krebs (rückwärts gespielt) und im Spiegel des Krebses in ständiger Wiederholung erklingt. Die Orgel soll dabei so klagend wie möglich klingen. Aufgabe des Interpreten ist, bei jeder Wiederholung unmerkbar langsamer zu werden. SIGLA steht für ein Kürzel oder eine Titelmelodie. Das Verb siglare lässt sich übersetzen mit etwas unterzeichnen oder etwas kennzeichnen.

    Gottfried Sembdner studierte Kirchenmusik in Dresden. Ab 1982 lebte er in den Niederlanden, studierte dort Orgel und Dirigieren, dabei galt sein Interesse vor allem neuer Orgelmusik. Seit 1992 ist er als Musikpädagoge in Trier tätig. Seit 2007 ist er musikalischer Leiter der Liedertafel Irsch. 

  • SUNFISH von Matthias Kaul

    Truike van der Poel- Mezzosopran, Rie Watanabe- Schlagzeug

    Nein, diese Komposition erzählt nichts über den „Sunfish“, der auf deutsch kurioserweise Mondfisch heißt. Der Titel ist lediglich den Interpreten der Uraufführung geschuldet: Sarah Maria Sun und Johannes Fischer. Mein Stück, ein Beitrag zu dem Neuen Wunderhorn, erzählt auch nur an einer Stelle von Alltäglichem, ansonsten sind es die alltäglichen Dinge selbst, die hier singen und, so hoffe ich, uns auf eine mögliche Schönheit im Alltag hinweisen. Da mir der Auftrag, dieses Stück zu schreiben, sehr kurz nach den Pariser Anschlägen erteilt wurde, gibt es einen Zusammenhang mit meiner Ratlosigkeit, wie ich mich angesichts dieses Irrsinns verhalten kann und sollte. Eine Äußerung von Leonard Bernstein fiel mir ein, und die wurde auch so etwas wie ein inneres Motto für meine Alltagsbetrachtung: “This will be our reply to violence: to make music more intensely, more beautifully, more devotedly than ever before.” (Matthias Kaul)

    Rie Watanabe begann ihr Schlagzeugstudium 1999 an der National University of Fine Arts and Music in Tokyo und setzte es an der Hochschule für Musik in Karlsruhe fort. Seit 2003 ist sie Mitglied des Ensembles für Neue Musik “Ensemble Bois” in Tokio. Danach arbeitete sie mit der Musikfabrik Köln, dem Klangforum Wien u.a.. 2006 gründete sie mit Shingo Inao “Rhyngo”, ein Duo für Schlagzeug und elektronische Musik. Seit 2012 spielt sie mit Mirjam Schröder im Duo “MiRi” für Harfe und Schlagzeug und mit Ferdinand Martin und Shinichi Minami im Schlagzeug Trio “Trio Kai”. Rie Watanabe lebt und arbeitet in Köln und Karlsruhe.

    Truike van der Poel studierte zunächst Altphilologie in Leiden, später Gesang in Den Haag und parallel dazu Chorleitung in Rotterdam. Nach dem Dirigierexamen war sie bis 2001 Lehrbeauftragte für Chorleitung an der Musikhochschule Hannover. Seitdem widmet sie sich ausschließlich dem Gesang. Neben dem barocken und klassischen Oratoriumfach profilierte sie sich besonders auf dem Gebiet der Neuen Musik und gastierte u.a. beim Warschauer Herbst, beim Davos Festival, bei Musica Viva (München), in der Alten Oper (Frankfurt) und im IRCAM (Paris). Truike van der Poel wirkte regelmäßig im Balthasar Neumann-Chor und der Schola Heidelberg mit und arbeitete als Gastsolistin mit dem Ensemble L'Itinéraire und dem Ensemble Resonanz zusammen. Sie sang solistisch in Uraufführungen vokaler Kammermusik von u.a. Salvatore Sciarrino, Carola Bauckholt, René Leibowitz, Dora Cojocaru, Thomas Stiegler, Erik Oña, Caspar Johannes Walter u.v.a. und gehört als "Stimme" zum Kölner Thürmchen Ensemble. Seit 2007 ist sie Mitglied der Neuen Vocalsolisten Stuttgart. 

  • SOUNDSCAPE

    Knut Aufermann - Live-Elektronik, Theo van der Poel - Akkordeon und Klavier

    Knut Aufermann und Theo van der Poel fügen dem stark von der Landschaft geprägten Contemporaneum ein Soundscape hinzu; eine Klanglandschaft die da ist, sich selbst genug ist und doch zum Verweilen, Begehen und Verwundern einlädt. Eine improvisierte Struktur mit Klang-Kulturflächen, Klanggeröllhalden, Klangkluften, Klangströmen, Klangbruchlinien, Klangwegen... 

    Theo van der Poel studierte Musiktherapie, Klavier und Komposition in Nimwegen und ist seitdem als Musiker und Musiktherapeut tätig. Zudem ist er Mitglied mehrere Ensembles (Tango, Jazz, Klassik, Neue Musik). Sein Schwerpunkt liegt auf der Improvisation. Zudem organisiert er eine Konzertreihe im Wittlicher Krankenhaus und sucht dabei stets die Verbindung zwischen Mensch und Musik.

    Knut Aufermann ist Radiokünstler, Musiker und Kurator. In Live-Performances benutzt er überwiegend Rückkopplungen als künstlerisches Mittel. Konzert-Auftritte in Europa, Nord- und Südamerika. Radiokunst-Arbeiten u.a. für über 40 Radiostationen weltweit sowie 30. São Paulo Biennale und documenta 14. Mehr unter www.mobile-radio.net 

  • HÜLLEN von Annick Pütz

    Annick Pütz - Tanz und Choreographie, Ele Bleffert - Kostüm

    Ein minimalistisches Kostüm umgibt den Körper der Tänzerin. Im Mittelpunkt steht die Metamorphose, das Spiel zwischen Innen und Außen, zwischen Sein und Werden, im Wechsel zwischen abstrakter Form und weiblichen Figuren verschiedenen Alters, verschiedener Epochen und Kulturen. Fließend sind die Übergänge zwischen den Erscheinungen; es scheint fast so, als ob sie alle dauernd anwesend sind, sich jedoch nur für einen kurzen Moment verkörpern.

    Annick Pütz ist freischaffende Tänzerin, Choreographin, Tanzpädagogin und zusammen mit Yuko Kominami künstlerische Leiterin des Rhysom Danz Kollektiv. Sie studiert zeitgenössischen Tanz an der Rotterdamse Dansacademie, Choreographie mit Susan Buirge, und somatische Praktiken u.a. Body-Mind Centering©. Viele ihrer Choreographien werden durch das Centre de Création Chorégraphique Luxem­bourgeois unterstützt. Seit vielen Jahren arbeitet sie mit der Philharmonie Luxemburg im Kinder-und Jugendbereich und hat die künstlerische Co-Leitung von BlanContact, einem mehrjährigen integrativen Tanzprojekt. Sie lebt und arbeitet in Luxemburg.

  • Liebeslieder auf Gedichte von Ulla Hahn von Wolfgang Grandjean 

    Susanne Ekberg - Sopran, Gottfried Sembdner - Klavier

    Die saloppen Liebesgedichte von Ulla Hahn (1993) pendeln zwischen romantischster Poesie und schnödem Realismus, zwischen großer Zartheit und verstörender Aggression. Sie inspirierten mich zu einem kleinen Zyklus von 13 Liedern: einer zeitgenössischen „Dichter(innen)liebe“. Heterogene musikalische Gestaltungsmittel versuchen den wechselnden „Zungenschlag“ der Texte einzufangen. 

    Wolfgang Grandjean ist Musikwissenschaftler und Komponist. Er wurde 1944 in Trier geboren, studierte Musik und Geschichte in Saarbrücken, anschließend Musikwissenschaft mit Promotion in Bonn sowie Komposition in der Klasse von Karlheinz Stockhausen in Köln. 1979 wurde er zum Professor für Musiktheorie an der Folkwang-Hochschule (heute Folkwang-Universität) berufen. Er lebt in Trier.

    Susanne Ekberg absolvierte ihr Gesangsstudium am Royal Conservatoire of Scotland und am Stock­holmer Opernstudio. Zudem studierte sie auch bei Michael Rhodes und Nadine Secunde. 2012 gewann sie ein Stipendium des Richard Wagner Verbandes, um die Region Trier-Luxembourg in Bayreuth zu vertreten. Susanne Ekberg wirkte in zahlreichen europäischen Opern- und Konzertproduktionen mit. Zudem ist Susanne Ekberg eine versierte Interpretin von Kunstliedern und Oratorien, auch des zeitge­nössischen Repertoires (Aria von John Cage). Schließlich wirkte sie also Hauptsolistin in neue Opern- und Musiktheaterproduktionen in Deutschland und Luxembourg mit, wie z.B. in “Misa Tango”, in der Jazzoper “Blue Sheets”, in der “Odyssee.16” in Trier sowie in “GIER.14” für das Theatre Esch.

    Ulla Hahn ist eine der wichtigsten Lyrikerinnen der Gegenwart. Die promovierte Germanistin lehrte an den Universi­täten Hamburg, Bremen und Oldenburg, anschließend war sie bis 1989 Literaturredakteurin bei Radio Bremen. 1994 hatte sie die Heidelberger Poetik-Dozentur inne. Ihr lyrisches Werk wurde u. a. mit dem Leonce-und-Lena-Preis und dem Friedrich-Hölderlin-Preis ausgezeichnet. Für ihren Roman "Das verborgene Wort" (2001) erhielt sie den Deutschen Bücherpreis. 2009 folgte "Aufbruch", der zweite Teil des Epos. Sie ist seit 1987 Mitglied der Freien Akademie der Künste Hamburg und des PEN-Zentrums Deutschland. 2011 erhielt sie die Ehrendoktorwürde der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg und seit 2013 ist sie Ehrenmitgliedt der Else-Lasker-Schüler-Gesellschaft.


Für die Unterstützung des Wandelkonzerts bedankt sich die Gesellschaft für Aktuelle Klang­kunst Trier e.V. bei der Kulturstiftung Sparkasse Trier, der Lotto Stiftung Rhein­land-Pfalz, der Ortsgemeinde Oberbillig und der Gemeng Mäertert-Waasserbëlleg an der Kulturkom­missioun vun der Gemeng, der Par Musel a Syr Saint-Jacques, dem Musikhaus Reisser, der Galerie Contemporanea und dem Tuchfabrik Trier e.V. sowie dem Kulturministerium des Großherzog­tums Luxemburg, das über das Centre de création choréographique luxembourgeois die Arbeit des ryhsom Tanzkollektivs ermöglicht. 



Dateiname Größe Datum
Luchy Punch - Programmzettel3.02 MB01.09.2017

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