Trauer um den Pianisten Orlando Milláa

Im Jahre 1994, als es die erste Ausgabe der Konzer Sommerakademien für Klavier und Kammermusik Konz gab, war Orlando Millaá dabei. Fast jedes Jahr seit der Gründung der Sommerakademien führte sein Weg nach Konz. Seine Beteiligung an den Konzerten in Konz, Trier und anderen Orten wurde bemerkenswert, er entwickelte sich während dieser Zeit zu einem hervorragenden Künstler, der über eine souveräne Technik verfügte, sich vor allem aber durch eine tiefe, reife und stilistisch korrekte Interpretation auszeichnete.

Außer durch viele gewichtige Klavierkompositionen – denken wir zum Beispiel an die Variationen über ein Thema von Händel von Johannes Brahms oder an Chopins Sonate mit dem Trauermarsch – beteiligte er sich an Kammermusikkonzerten mit einer ganzen Reihe wichtiger Werke. Die Violinsonaten von Johannes Brahms, Beethovens „Kreutzer-Sonate“, das Trio für Violine, Horn und Klavier op. 40 von Brahms sind nur einige unter vielen Kompositionen, bei denen er den Klavierpart übernahm. Auch als Solist in Konzerten für Klavier und Orchester glänzte sein Spiel durch Genauigkeit und klanglichen Reichtum. Er spielte verschiedene Klavierkonzerte Mozarts, war auch Solist mit dem Philharmonischen Orchester der Stadt Trier im Trierer Theater mit Beethovens fünftem Klavierkonzert und Camille Saint-Saëns Klavierkonzert Nr.2. In einem gemeinsamen Konzert der Konzer Sommerkonzerte und der Musikschule Metz, Frankreich, war er Solist bei einem Quartett für Saxophone und Klavier von Gerardo di Giusto. Er repräsentierte die Konzer Sommerakademie in würdigster Form als ein Spieler von hohem Rang.

Orlando Millaá stammte aus der argentinischen Stadt San Nicolás  und absolvierte sein Klavierstudium besonders beim Nationalkonservatorium in Buenos Aires.  In Argentinien selbst musizierte er seit vielen Jahren mit bekannten und bedeutenden Musikern, unter anderem mit Mitgliedern des Philharmonischen Orchesters von Buenos Aires. Vor kurzem war er Solist im Quintett für Klavier und Streicher von Bohuslav Martinu in einer südamerikanischen Erstaufführung.

In ganz erfolgreicher Weise entwickelte sich Orlando Millaá außerdem als Klavierpädagoge. In Buenos Aires hatte er eine Lehrstelle sowie private Schüler. Er war bereits eine bekannte und geschätzte Adresse für begabte junge Pianisten, die sich weiterbilden wollten. Einige dieser jungen Künstler sind bereits bei den Konzer Sommerkonzerten aufgetreten.

Noch vor kurzem schmiedete Orlando Milaá Zukunftspläne für das kommende Jahr, wobei er immer an Konz dachte. Er organisierte neulich einen Meisterkurs in Alta Gracia, Córdoba, Argentinien, wo der spanische Komponist Manuel de Falla seine letzten Jahre verbrachte.  Aber seine Gesundheit verschlechterte sich relativ schnell. Orlando Millaá musste hospitalisiert werden, so dass eine Kollegin für ihn diesen Kurs übernahm. Sein Zustand verschlechterte sich weiterhin und am Donnerstag, 24. November, verließ er uns alle. Das ist ein immenser Verlust für die Musikwelt, ganz besonders für seine Schüler und für seine vielen Freunde, die ihn immer so tief ins Herz als Künstler und Mensch  geschlossen haben.


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