Stadtsanierung

    Grundsätzlich versteht man unter Stadtsanierung die Vorbereitung und Durchführung von Maßnahmen zur Behebung von städtebaulichen Missständen in einem abgegrenzten Teil einer Stadt oder Gemeinde. Im Wesentlichen sollen hier Missstände im Bereich der Wohn- und Arbeitsverhältnisse sowie im Hinblick auf die Funktionsschwäche des Gebietes behoben werden. 

    Die Stadt Konz hat in den vergangenen Jahrzehnten prägnante Teilflächen des Stadtinnenbereiches mit Hilfe der Sanierung umgestaltet. Hier sind die damaligen „Alten Ortskerne“ entlang der Wiltinger Straße und gegenüber dem Bahnhof Karthaus zu nennen. Mit der Umsiedlung der ehemaligen Maschinenbaufabrik „Zettelmeyer“ aus der Stadtmitte in das Industriegebiet Konz-Könen hatte die Stadt Konz Anfang der Achtziger Jahre die Gelegenheit zur Entwicklung der heutigen Stadtmitt.

    Alte Stadtkerne

    Die bereits 1970 eingeleitete Sanierungsplanung zur Erneuerung des Stadtkerns, der nach damaliger Planung noch rechts und links der Wiltinger Straße im Bereich des historischen Ortskern lag, war Grundlage zur Festsetzung der Sanierungsgebiete „Alte Stadtkerne“. In diesen Bereichen wurden mit Hilfe der Sanierung neben einer verbesserten bzw. neuen Verkehrsführung auch zeitgemäße Wohn- und Geschäftsstrukturen geschaffen. Betroffen waren die Bereiche „Lichtsmühle“, „Wiltinger Straße – Bundesbahn“, „Ecke Scharff-Martinstraße“ sowie für den Bereich Karthaus „Am Bahnhof Karthaus“. In diesen Bereichen ist die Sanierung abgeschlossen und zwischenzeitlich durch Satzungsbeschluß aufgehoben. Die seinerzeit in diesen Gebieten durchgeführten öffentlichen Maßnahmen haben dazu geführt, dass private Eigentümer dort Investitionen in Höhe von ca. 2 - 3 Millionen Euro getätigt haben.

    In einem angrenzenden Bereich dieser „Alten Stadtkerne“ hat die Stadt Konz - nach Aufgabe eines Bäckereibetriebes und einer Tankstelle – entlang der Wiltinger Straße ein weiteres Sanierungsgebiet mit der Bezeichnung „Wiltinger Straße II“ ausgewiesen. In diesem Bereich konnten - neben der Verbesserung der Wohn- und Arbeitssituation – über 30 öffentliche Stellplätze in einer Tiefgarage für die umliegende Wohn- und Geschäftsbebauung bereit gestellt werden. Die Entwicklung in diesem Bereich konnte u.a. wegen der z.Zt. schlechten Konjunkturlage noch nicht abgeschlossen werden. Zwischenzeitlich konnte die Planung der Wohn- und Geschäftsbebauung im Sanierungsgebiet „Wiltinger Straße II“ abgeschlossen werden. Der Stadtrat hat mit Beschluss vom 29.09.2009 die Sanierung für beendet erklärt. In das Gebiet sind öffentliche Mittel in Höhe von ca. 1 Mio. Euro geflossen.

    Stadtmitte

    Seit Anfang der Achtziger Jahre ist als Schwerpunkt der Sanierung – wie bereits erwähnt - der Stadtmitte-Bereich, bestehend aus den Sanierungsgebieten „Stadtmitte“, „Stadtmitte, gewerblicher Teil des Zettelmeyerbereiches/Bauhof“ und „Stadtmitte-Erweiterung“, zu sehen. In diesem Bereich wurde die Entwicklung auf lange Zeit durch den Betrieb der Maschinenbaufirma Zettelmeyer im unmittelbaren Zentrum blockiert. Erst nach Aussiedlung des Maschinenbaubetriebes in das Gewerbegebietes Konz-Könen bestand für die Stadt die einmalige Chance, den Innenstadtbereich der Bedeutung der Stadt gemäß zu entwickeln.
    Nach Durchführung der Abbrucharbeiten auf dem ehemaligen Zettelmeyer-Gelände wurden weitreichende Kontaminierungen in den verschiedensten Kategorien vorgefunden, die es für das gesamte Gebiet erforderlich machten, über Jahre Reinigungs- und Austauschmaßnahmen durchzuführen, damit dort eine gesicherte bauliche und funktionale Entwicklung ohne Gesundheitsbeeinträchtigungen geschehen konnte.

    Hierzu wurde neben einer umfangreichen Bodenreinigung auch eine Reinigung des Grundwassers durchgeführt. Beide Maßnahmen haben trotz einer Förderung aus Landes- und Bundesmitteln über mehrere Jahre den städtischen Haushalt zusätzlich belastet.

    Zwischenzeitlich wurde der Konzer Marktplatz und dessen Umgebung zu einem städtischen Zentrum mit hoher Aufenthaltsqualität gestaltet. Dazu zählten nicht nur die pflastermäßige Ausformung des Platzes mit Brunnen und Begrünung, sondern auch bauliche Aufstockungen im Stadtbild prägenden Eckgebäuden und die Anlage von zugehörigen öffentlichen Stellplätzen, insbesondere im Bereich des ehemaligen Bauhofes (südlich des Verwaltungsgebäudes I) und des Verwaltungsgebäudes II sowie die Zuführung über die am Rande des Sanierungsgebietes liegende Brückenstraße. Erst nach weitestgehender Beendigung der Reinigung der kontaminierten Fläche im Bereich der Stadtmitte und des gewerblichen Teiles konnten diese Maßnahmen im Sinne einer baulichen Entwicklung angegangen werden.

    Um eine ordnungsgemäße Abwicklung auf der Grundlage von gesetzlichen Vorgaben und städtebaulichen Rahmenplanungen umsetzen zu können, wurden flächendeckend im gesamten Sanierungsgebiet Bebauungspläne entwickelt. Diese planungsrechtlichen Fixierungen waren die Grundlage für jegliche Entwicklung im Bereich der Konzer Stadtmitte. Dabei wurde insbesondere im zentralen Bereich zwischen Schillerstraße und Konstantinstraße auf das Instrumentarium des Vorhaben- und Erschließungsplanes zurückgegriffen, der gemeinsam mit dem Investor TRIWO, Trierer Wohnungsbaugesellschaft, aufgestellt und durchgeführt wurde und der zum Inhalt hatte, in diesem zentralen Stadtbereich einen Magneten (Lidl, Kaufland) anzusiedeln und diesen in ein städtebauliches Gesamtgefüge zu integrieren. Damit sollte sichergestellt werden, dass neben der Kaufkraftbindung (belegt durch BBE-Gutachten) auch die erforderlichen öffentlichen und privaten Stellplätze entstehen und dass ergänzend zu dieser Konzentration auch Einzelhandelsgeschäfte sich um ein städtebauliches Platzensemble ansiedeln konnten, die für die Innenstadt von großer Bedeutung waren. Diese Konzeption wurde systematisch umgesetzt und durch zwei tangential angelegte Passagen mit dem eigentlichen Marktplatz und dem Verwaltungszentrum verbunden.

    Die komplette Umstrukturierung des Stadtkerns machte natürlich auch die Neuordnung des fließenden und ruhenden Verkehrs in diesem Stadtbereich erforderlich und von daher wurden durch die Schaffung von Verkehrskreiseln und Anbindungen an die öffentlichen Stellplätze verkehrstechnische Maßnahmen erforderlich, die zur Funktionsfähigkeit des Stadtkernes beitrugen. Darüber hinaus konnte es erreicht werden, dass im Nordwesten des Planungsgebietes ein neuer Bahnhof im Rahmen von GVFG-Förderungen positioniert wurde, der zusätzlich die Anbindung der Stadtmitte an den ÖPNV verbesserte.

    Der östliche Planungsbereich (gewerblicher Teil des Zettelmeyer-Geländes) wurde sukzessive entwickelt. Schon frühzeitig fanden dort die Neubaumaßnahmen des Deutschen Roten Kreuzes und der Feuerwehr ihren Standort. Nach Reinigung der kontaminierten Flächen wurden das ehemalige Verwaltungs-Gebäude der Firma Zettelmeyer zu einem öffentlichen Bereich mit Bücherei und Komplementäreinrichtungen (siehe Foto) umfunktioniert. Restlich vorhandene freie Flächen konnten für die Ansiedlung eines Seniorenwohnheimes (Haus Zur Buche) und des Komplexes der Lebenshilfe für behinderte Menschen belegt werden. Arrondierende Wohnbebauung, insbesondere im nordwestlichen Teil des Planungsgebietes ergänzten das städtebauliche Gefüge.

    Einher mit der Ansiedlung von sozialen Einrichtungen und Wohngebäuden ging die Gestaltung der öffentlichen Flächen sowie die Schaffung von öffentlichen Parkplatzeinrichtungen und deren Anbindung an das örtliche und überörtliche Straßennetz. Bedingt durch die strukturelle Veränderung im Stadtkern infolge der städtebaulichen Sanierungsmaßnahmen wurden neben einer Vielzahl von Baulücken, die im Sinne der Stadtsanierung mit angepassten Wohngebäuden geschlossen wurden, auch bestehende Bausubstanzen durchgreifend modernisiert. Ergänzend hat die Stadt durch ein eigens dazu aufgelegtes Fassadenprogramm die städtebaulichen Zielsetzungen gestützt, so dass sich in weiten Bereichen des Sanierungsgebietes heute eine sanierte Stadtstruktur erleben lässt. Nach Abschluß der wesentlichsten Ordnungs- und Baumaßnahmen in der Stadtmitte konnten weite Teile der v.g. Sanierungsgebiete förmlich aufgehoben werden. Derzeit hat die Stadt noch die Flächen entlang der Granastraße ab der Einmündung Schillerstraße bis zum Feuerwehrgerätehaus zwecks abschließender Klärung der Verkehrs- und Ausbau im aktuellen Sanierungsbereich belassen.

    Für die bislang vorgenommenen strukturverbessernden Maßnahmen, die eine wesentliche funktionale Aufwertung der sanierten Bereiche darstellen, wurden bislang ca. 17 Millionen Euro öffentlicher Mittel in Anspruch genommen. Es ist davon aus zu gehen, dass Infolge dieser öffentlichen Investitionen allein im Stadtmittebereich ca. 30 Millionen Euro privater Investitionen getätigt wurden.

    Trotz einer spürbaren Verbesserung der Verkehrssituation, die sich vielfach aus dem Zusammenwirken von GVFG- und Städtebauförderung ergeben hat, stellt sich die Verkehrsführung im Bereich der heutigen Stadtmitte, insbesondere für den Durchgangsverkehr im Kreuzungsbereich Granastraße/Schillerstraße nach wie vor problematisch dar.
    Hier gilt es, im Zusammenwirken mit dem Landesbetrieb Mobilität (LBM), der für die betroffene Landesstraße L 138 zuständig ist, und der Stadtsanierung eine künftige Verbesserung der Verkehrsführung zu erreichen. Da die v.g. Verbesserung der Verkehrssituation nur mittel- oder langfristig zu erreichen ist und die wesentlichen Sanierungsziele in der Stadtmitte bereits umgesetzt sind, hat der Stadtrat am 14.08.2008 einen Teilbereich und am 29.09.2009 den Restbereich der 3 zusammenhängenden Sanierungsgebiete in der Stadtmitte aufgehoben. Die Sanierung ist somit in der Stadtmitte von Konz förmlich abgeschlossen.

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